Von Substraten, Erden, über Behältnisse bis hin zu Pflanzkonzepten
Nachhaltigkeit im Garten
Nachhaltigkeit wird immer wichtiger und zeigt sich mittlerweile auch im Gartenbau auf den unterschiedlichsten Ebenen, Dr. Andrea Brill hat sich informiert: Neben nachhaltigen Substraten und Erden liegen auch bei Produkten wie Pflanzentöpfen umweltschonende Produktion und abbaubare Materialien hoch im Kurs.

In der Kritik von Umweltschützern steht seit Jahren die Verwendung von Torf, da durch den Abbau von Torf wertvolle Naturgebiete zerstört werden. Eine Alternative, die umweltschonend ist, findet sich in Torfersatzstoffen, wie die Coco Chips von Gramoflor. Dabei handelt es sich um einen neuen, nachwachsenden Rohstoff, der aus zerkleinerten Kokosschalen hergestellt wird, einem Reststoff aus der Kokosverarbeitung.
Die Coco Chips haben eine grobkörnige Struktur und zeichnen sich durch eine hohe Strukturstabilität aus, die dem herkömmlichen Torf sogar überlegen ist. Durch die natürlich enthaltenen Faseranteile fördern Coco Chips die Luftkapazität des Substrats, was unter anderem für eine gesunde Wurzelentwicklung unerlässlich ist. Diese bilden, vor allem in Kombination mit Holzfaservarianten, die perfekte Ergänzung für Profisubstrate ab Topfgröße 13. Dank der vorhandenen Wasserspeicherung in den groben Stücken unterstützen Coco Chips eine anhaltende Feuchtigkeit.
Nachhaltiges Pflanzenwachstum unterstützt zudem Sphaxx von Klasmann-Deilmann. Die Kulturlösung fördert optimales Pflanzenwachstum und erlaubt eine einfache Handhabung. Sphaxx wird in einem innovativen Herstellungsverfahren aus reinem Sphagnum hergestellt, das aus kontrolliertem Anbau stammt und nicht aus Moorflächen entnommen wird.
Pflanzenbaulich verfügt dieser neue Rohstoff über hervorragende Eigenschaften in der Luft- und Wasserspeicherung sowie einen niedrigen pH-Wert. Die vollständig kontrollierte, nachhaltige Produktion ermöglicht eine konstant hohe Qualität, zuverlässige Reinheit und zunehmende Verfügbarkeit. Sphaxx fokussiert zunächst den Anbau von Orchideen, weitere Produktlösungen sind in der Vorbereitung.

Kokos hat sich als nachhaltiger Grundstoff auch für Pflanzenbehältnisse bewährt. Denn Kokosfaser-Töpfe sind biologisch abbaubare Behälter und bieten eine nachhaltige Alternative zu Plastik- und Torftöpfen. Als Hauptmerkmale sind sie pH-neutral und damit geeignet für verschiedenste Pflanzen, da der pH-Wert des Bodens nicht verändert wird. Ihre antimikrobielle Eigenschaften verhindern Schimmel und Krankheiten und schaffen so eine sicherere Umgebung für Pflanzen.
Darüber hinaus sorgt die Belüftung für ein gesundes Wurzelwachstum und verringert das Risiko von Wurzelfäule. Kokos ist auch ein idealer Feuchtigkeitsspeicher, denn er hält den Boden konstant feucht und unterstützt damit Pflanzen, die regelmäßig Wasser benötigen. Der wichtigste Aspekt der Nachhaltigkeit liegt in der biologischen Abbaubarkeit: Kokos zersetzt sich auf natürliche Weise und reichert den Boden beim Zerfall an.
Im Vergleich mit anderen Materialien bieten die Kokostöpfe zahlreiche Vorteile. Kokosfaser ist im Gegensatz zu Plastiktöpfen biologisch abbaubar und erlaubt eine bessere Belüftung, wodurch das Risiko von Wurzelfäule verringert wird. Im Vergleich zu Torftöpfen ist Kokosfaser nachhaltiger und speichert Feuchtigkeit besser. Kokosfaser ist leichter und poröser als erdbasierte Töpfe und sorgt für eine bessere Entwässerung und Wurzelgesundheit.

Automatisierung
Die Gartenbauindustrie weltweit steht vor wachsenden Herausforderungen, darunter steigende Arbeitskosten und ein Mangel an Fachkräften. Da die Löhne in verschiedenen Ländern weiter steigen und die Arbeitsmärkte enger werden, wird die Automatisierung im Gartenbau zunehmend unerlässlich, um Kosten zu kontrollieren und Abläufe zu optimieren. Der von WPS entwickelte Floormanager bietet eine innovative Lösung, die den Anforderungen moderner Gärtner weltweit gerecht wird.
Der Floormanager ist ein patentiertes, hochmodernes System, das entwickelt wurde, um wesentliche Prozesse wie das Platzieren von Töpfen, das Vereinzeln und das Handling zu automatisieren. Leicht, flexibel und vollständig anpassbar, integriert sich das System nahtlos in automatisierte Lösungen von WPS oder anderen Anbietern. Sein innovatives Design fördert die Nachhaltigkeit, indem es den Arbeitsaufwand reduziert, die Effizienz steigert und eine konstante Handhabung der bepflanzten Töpfe gewährleistet.
Ein weiterer Vorteil für Gartenbaubetriebe liegt in der Arbeitskostensenkung, indem wiederholende Aufgaben automatisiert werden, um Arbeitskräftemangel zu begegnen. Zudem unterstützt der Floormanager die Effizienzsteigerung, da die Pflanzenhandhabung mit präziser und gleichbleibender Leistung beschleunigt wird.
Der Floormanager lässt sich leicht an bestehende Systeme und spezifische Bedürfnisse der Gärtner anpassen und gewährt damit Flexibilität. Zudem ist die Technologie für fortschrittliche Funktionen wie automatisierte Pflanzenpflege, Schädlingsbekämpfung und Auftragsabwicklung erweiterbar. Durch die Automatisierung körperlich anspruchsvoller Aufgaben fördert der Floormanager eine gesündere Arbeitsumgebung und ein nachhaltigeres Geschäftsmodell.


Nachhaltigkeit spielt gerade auch im Anbau bestimmter Pflanzen- oder Baumarten eine immer wichtigere Rolle. So auch im Obstbau, wo sich einer der vier Bio PLUS+ Partner verdient macht, die Reiners GmbH, ein Obstanbauer, der aus vier Familienbetrieben besteht.
Der Preisträger des TASPO-Award 2024 hat langjährige Erfahrung von der Produktion bis hin zur Vermarktung von Beerenobst sowie Kern- und Steinobst. Alle Bereiche der Gehölzproduktion, von der Aussaat der Unterlage über Veredelung und Produktion bis hin zur Vermarktung, finden vollständig in Deutschland statt.
So sind Nachhaltigkeit und Qualität gewährleistet. Die Nachhaltigkeitsaspekte beginnen bei der Selektion robuster Sorten und beinhalten die Verwendung torfreduzierter Substrate und Pflanzenstärkungsmittel statt Pflanzenschutzmittel. Die Grundlage dazu ist die EU-Bio-Zertifizierung. Auf der Homepage www.bio-plus.info finden Interessierte umfassende Fachinformationen über Obstgehölze, wie beispielsweise Befruchtertabelle und Rückschnittgrafiken.
Aus Neuseeland
Hinter der Marke Herbi stehen Frank und Michelle Lachmann. Michelle ist Neuseeländerin und Frank ist vor elf Jahren dorthin ausgewandert. Auf ihrem 14 Hektar großen Grundstück in Urenui begannen sie mit dem Anbau von Gemüse und diversen anderen Pflanzen. Aber alles sollte natürlich und ohne Pflanzenschutzmittel wachsen. Mit viel Leidenschaft beschäftigte Frank sich mit regenerativem Anbau sowie der Forschung rund um Bodengesundheit und entwickelte so die jetzige Living Soil.
Der Grundstein der Marke Herbi war gelegt und so werden von nun an Herbi-Produkte auch durch die Floragard Vertriebs-GmbH im Rahmen einer engen Kooperation produziert und in den Handel gebracht. Der Begriff Living Soil kommt aus der Grow-Szene, ist aber auch im Gemüsebau durchaus bekannt.
Living Soil oder frei übersetzt "lebendige Erde" ist der Nachbau eines lebendigen Ökosystems, einer gesunden Gemeinschaft von Mikroben, die zusammenarbeiten, um organische Stoffe im Boden abzubauen. Dadurch werden wertvolle Nährstoffe für das Wachstum der Pflanzen freigesetzt.
Die Handhabung der stark mikrobiell belebten Erde ist einfach, der Erfolg garantiert. Die Erde ist nachhaltig, da in Kombination mit dem Herbi Living Soil Starter 4+4+4 Dünger wiederverwendbar und zudem noch torffrei. Herbi Living Soil und die dazugehörigen Dünger sind ab sofort im Sortiment von Floragard erhältlich.
Climate Gardeners ist die neue Brandmarke von Rijnbeek and Son Perennials Export B. V. für den innovativen Fachhandel und Garten Centers. Mit Inspirationen aus der Wildnis ist es möglich, die pflegeleichte Bepflanzungen für eine hohe Vielfalt im Garten zu schaffen.
Kühlende Wirkung
Diese Pflanzungen kommen mit wenig Bewässerung aus, entfalten aber dennoch kühlende und dekorative Wirkung. Sie unterstützen zudem die Artenvielfalt und überstehen künftige Extreme des Klimawandels. Die Idee hinter diesen Arrangements ist es, die Grünfläche in Gärten auf einfache Weise zu vergrößern, durch die Einführung eines einfachen Bepflanzungskonzepts mit geringem Wartungsaufwand, quasi ein persönliches Landschaftsgestaltungspaket mit klimaadaptiven Lösungen.
Das Konzept dieser Arrangements möchte den Menschen auf einfache Weise ermöglichen, ihre Gartenfläche mit einem Miniatur-Landschaftsgestaltungseffekt zu erweiterten. Alle Pflanzen werden in 100 Prozent torffreier Mischung angebaut und mit größter Sorgfalt ausgewählt. Dadurch erhält man eine exklusive bewusst produzierte Mischung aus Stauden, die nicht in jedem Gartencenter zu finden sind. Basierend auf einem Rotationsverfahren werden jeden Monat neue und interessante Mischungen geliefert.

Der Rainos-Gießroboter von Innok Robotics revolutioniert die Bewässerung der grünen Branche, insbesondere auf Friedhöfen oder in Baumschulen und Parkanlagen. Er wurde zur IPM 2025 so weiterentwickelt, dass nun auch kleinere Betriebe ab 200 zu gießenden Gräbern beispielsweise mit dem Roboter arbeiten können. Neu ist die erhöhte Variabilität des Rainos, da er nun rückwärts aus engen Wegen wieder herausfahren kann, unter Beibehaltung der höchsten Sicherheitsstandards gegenüber Mensch und Tier.
Der Roboter navigiert autonom zu den zu bewässernden Flächen und versorgt diese präzise und individuell mit der benötigten Wassermenge. Dies entlastet das Personal und reduziert den Wasserverbrauch durch das meist nächtliche Gießen und die gezielte Bewässerung. Ist sein Wassertrank leer, tankt der Rainos selbstständig an den Innok Tankstationen wieder auf. Eine Friedhofsgärtnerei konnte durch den Einsatz des Rainos den Arbeitsaufwand für die Bewässerung um über 70 Prozent reduzieren und gleichzeitig den Wasserverbrauch optimieren und neuen Umsatz durch Gießaufträge erschließen.
Umweltfreundliche Lösungen
Auch bei der Etikettierung von Gartenprodukten kann Nachhaltigkeit groß geschrieben werden. Denn Limex-Gartenbauetiketten sind innovative, umweltfreundliche Lösungen, die speziell für die Anforderungen der Gartenbauindustrie entwickelt wurden. Im Wesentlichen aus Kalziumkarbonat (Kalkstein) hergestellt und mit minimalem Einsatz von erdölbasierten Materialien, bieten diese Etiketten eine umweltbewusste Alternative zu herkömmlichen Kunststoffetiketten.
Limex wird aus Kalkstein hergestellt, einer weltweit reichlich vorhandenen Ressource. Dadurch wird die Abhängigkeit von erdölbasierten Materialien reduziert und die CO2-Emissionen gesenkt.
Zudem unterstützen diese Etiketten die kosteneffiziente Nachhaltigkeit, denn Limex kombiniert wettbewerbsfähige Preise mit ökologischen Vorteilen und ermöglicht Unternehmen, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, ohne zusätzliche Kosten zu verursachen.
Einen großen Vorteil bieten sie aufgrund der Wasserbeständigkeit, die Limex-Etiketten sind daher perfekt für den Einsatz im Freien und in Gewächshäusern geeignet. Sie sind hochgradig wasser- und wetterfest und gewährleisten Langlebigkeit unter anspruchsvollen Bedingungen. Zudem sind sie langlebig und robust: Die Etiketten behalten auch bei längerer Sonneneinstrahlung und Feuchtigkeit ihre Festigkeit und Stabilität und sind ideal für den Einsatz in Baumschulen und Gärten.
05.09.2025





