08.07.2024

Fokus Grün

Mit Rot fing alles an - die Vielfalt der Anthurie

Anthurien mit roten Hochblättern sind die Klassiker. Foto: Anthuriuminfo

Es heißt, dass die Farbe Rot einen übergeordneten Stellenwert in unserer Wahrnehmung hat und sofort unsere Aufmerksamkeit auf sich zieht. Da in unserem Kulturkreis der Ton außerdem oft mit Liebe, Leidenschaft und Energie in Verbindung gebracht wird, ist es kein Wunder, dass Pflanzen mit roten Blüten schon immer eine besondere Faszination auf uns ausübten. Das traf auch in besonderem Maße auf die Anthurien zu, die Ende des 19. Jahrhunderts von Forschungsreisenden aus den tropischen Bereichen Amerikas erstmals mit nach Europa gebracht wurden.

Anthurien, hierzulande oft auch Flamingoblumen genannt, gehören zur Familie der Aronstabgewächse. Nach Schätzungen gibt es mehr als 1000 Arten. Zwei davon - die Große (Anthurium andreanum) und die Kleine Flamingoblume (Anthurium scherzerianum) - ließen sich in Gewächshäusern besonders gut kultivieren und entwickelten sich zu beliebten Zimmerpflanzen.

Neben der leuchtenden Farbe der Blütenstände, die die Menschen von Anfang an ansprach, sorgte auch deren ungewöhnliche Form für Staunen: Über einem auffälligen, roten Hochblatt erhebt sich eine einige Zentimeter lange, kolbenförmigen Ähre, die gebogen oder gerade sein kann. In der hiesigen Flora hatte man bis dahin noch nichts Vergleichbares gesehen.

Dank gezielter Züchtungen findet man im Handel aber längst nicht mehr nur Anthurien im roten Farbspektrum: Es gibt sie mit weißen, braunen, orangen, gelben, hellgrünen und sogar mehrfarbigen Hochblättern. Diese sind entweder oval-, band- oder herzförmig, können bei einigen Sorten sogar einen Durchmesser von 15 Zentimetern haben und kontrastieren wunderbar zum dunklen, immergrünen Laub der Pflanzen.

Durch die jahrzehntelangen züchterischen Bemühungen wurde die breite Auswahl der neuen Sorten auch deutlich robuster als die Wildform. So vertragen sie die für Pflanzen nicht immer idealen Bedingungen in Wohnräumen sehr gut. Trotzdem sollte man bei der Pflege einige Punkte beachten: Grundsätzlich mögen es Anthurien zwar hell, wollen aber nicht unbedingt in der direkten Sonne stehen.

Gegossen wird ein- bis zweimal in der Woche mit handwarmem, nicht zu kalkhaltigem Wasser. Während der Hauptwachstumszeit von April bis August empfiehlt es sich, den Exotinnen hin und wieder etwas Blühpflanzendünger zu gönnen. So versorgt bleiben Anthurien viele Jahre lang vital und erfreuen mehr als zwei Drittel des Jahres mit ihrer Blütenpracht. GPP