16.09.2021

Blick auf den Herbst: Saisonblüher, Pflanzenschutz

Sommerheide läutet den Herbst ein

Eine Pflanze, mehrere Namen: Die Sommerheide Calluna vulgaris ist der Spitzenreiter unter den 10 beliebtesten Beet- und Balkonpflanzen und ein traditioneller Herbstblüher, auch wenn es der Name erst einmal nicht vermuten lässt. Bekannt ist sie auch als Besenheide. Abb.: AMI/BVZ

Ein klassischer Herbstblüher ist die beliebteste Pflanze der Deutschen für Balkon und Garten. Die Sommerheide Calluna vulgaris - auch Besenheide genannt - ist winterhart und blüht von Juli bis November. Nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) entfielen im Jahr 2017 rund 11 Prozent der Ausgaben für Beet- und Balkonpflanzen auf das Heidegewächs. Damit baute die Sommerheide ihren Vorsprung im Vergleich zum Vorjahr sogar noch aus.

Vielfältig einsetzbar

Mit ihrem Platz 1 an der Spitze der Beet- und Balkonpflanzen lag die Sommer- beziehungsweise Besenheide noch vor den Geranien, Stiefmütterchen, Chrysanthemen und Co. Betrachtet man die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten, verwundert nicht, dass die Sommerheide so beliebt ist. Sie eignet sich für die Bepflanzung von Kübeln, Körben oder Balkonkästen und verschönert Terrassen und Balkone gleichermaßen. Auch bei der Grabgestaltung, auf Blumenbeeten und in der Floristik ist das vielseitige Heidegewächs häufig zu finden.

Die Pflanze selbst bietet je nach Sorte die unterschiedlichsten Kombinationen bei Blüten- und Blattfarben sowie -formen. So gibt es kleine, dichtstehende Knospen oder Blüten in Weiß, Rosa, Rot und Violett mit verschiedenen Farbvariationen bei den Blättchen, von hell- bis dunkelgrün, grau, gelb oder orange. Die verschiedenen Sortengruppen decken mit unterschiedlichen Blühzeiträumen der Sorten von Juli (früh) bis Oktober / November (spät) einen langen Zeitraum zuverlässig ab - wie kaum eine andere Pflanze aus diesem Segment.

Heidekrautgewächse wie die Sommerheide sowie die Glockenheide Erica gracilis spielen im Anbau der deutschen Zierpflanzengärtner eine bedeutende Rolle. Und das nicht nur für den Markt in Deutschland. Die Pflanzen sind auch ein wichtiges Exportprodukt, insbesondere für den Markt in Skandinavien, zunehmend auch für die Schweiz, Österreich, Frankreich und Italien. Beliebt sind die Heidekrautgewächse vor allem aufgrund ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeiten, der langen Haltbarkeit sowie dem stetig wachsenden Sortiment bei den Blütenfarben. Auch die hohe Qualität ist begehrt, denn auf diese legen die deutschen Zierpflanzengärtner viel Wert, während der Anzucht und bei den fertigen Pflanzen.

Der deutsche Markt ist einer der größten Zierpflanzenmärkte weltweit. Rund 8,6 Milliarden Euro betrug der Umsatz in Einzelhandelspreisen im Jahr 2017. Am häufigsten kauften die Deutschen Gartenpflanzen (für 4,2 Milliarden Euro), auf Platz 2 standen Schnittblumen (3,0 Milliarden Euro) und auf Platz 3 Zimmerpflanzen (1,5 Milliarden Euro).

Wünsche der Kunden

Die Gärtnerinnen und Gärtner in Deutschland richten sich in ihren Sortimenten zum Teil stark nach den Wünschen ihrer Kunden. So hat die große Nachfrage nach Beet- und Balkonpflanzen zu einem starken Anstieg des Anbaus in diesem Bereich geführt. Jedes Jahr kultivieren die deutschen Zierpflanzengärtner rund 1,5 Milliarden Beet- und Balkonpflanzen und Stauden. Dabei umfasst beispielsweise das durchschnittliche Sortiment eines Staudengärtners rund 1300 verschiedene Arten und Sorten. Mit ihrer Ware decken die deutschen Gärtnerinnen und Gärtner knapp vier Fünftel der heimischen Nachfrage nach Beet- und Balkonpflanzen. Neben dem Sortiment für dieses Segment kultivieren die Zierpflanzengärtner in Deutschland jährlich zudem etwa 270 Millionen Zimmerpflanzen.

Im vergangenen Jahr gab jeder Verbraucher in Deutschland durchschnittlich 105 Euro für Blumen und Zierpflanzen aus. Auf Platz 1 der beliebtesten blühenden Zimmerpflanzen stehen nach wie vor die Orchideen. Mit rund 34 Prozent der getätigten Ausgaben liegen sie weit vor den Weihnachtssternen (10 Prozent), den Topfrosen (9 Prozent) sowie dem Flammenden Käthchen und dem Alpenveilchen (jeweils 7 Prozent). Wenn die Deutschen Schnittrosen kaufen, greifen sie am häufigsten zu Rosen (47 Prozent der Ausgaben), zu Tulpen (14 Prozent) und zu Chrysanthemen (11 Prozent). GMH/BVZ