03.09.2021

Fokus Grün

Rosen: Romantische Klassiker neu inszeniert

Beetrosen und kleinere Strauchrosen eignen sich für vor allem für eindrucksvolle Kombination mit Stauden. Kletterrosen bringen imposant die Vertikale zum Blühen. Foto: BGL

Sie sind der Inbegriff der Romantik und gelten als die Königinnen des Gartens: Rosen. Von opulent gefüllt bis einfach blühend, als Hochstamm, kletternd, oder sogar bodendeckend … die eleganten Gewächse überzeugen mit einer faszinierenden Bandbreite an Formen, Farben und Wuchseigenschaften.

Richtige Sorte oder Art

"Häufig denken Gartenbesitzer, dass Rosen ausschließlich in Cottage- und Bauerngärten passen, dabei fügen sie sich auch in viele weitere Gartenkonzepte harmonisch ein", betont Max Hohenschläger vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) e. V. "Entscheidend hierbei ist, für welche Rosenart und -sorte man sich entscheidet, aber auch, wie man sie in Szene setzt und kombiniert."

Die bekannten, großen Strauchrosen mit einer Höhe von bis zu 2 Metern eignen sich vor allem für eindrucksvolle Soloauftritte. So können sie ihre volle Wirkung rundum entfalten und im Sommer mit ihren eleganten, je nach Sorte auch duftenden Blüten überzeugen. Deutlich kleiner sind dagegen Zwergrosen. Sie erreichen gerade einmal eine Höhe von 30 Zentimetern und machen sich besonders gut für die Pflanzung in Kübel auf sonnigen Terrassen mit nostalgischem Flair.

Wer sich eine großflächige Bepflanzung mit Rosen wünscht, sollte auf Bodendeckerrosen zurückgreifen: Sie breiten sich großzügig aus, wachsen dicht und lassen unerwünschten Wildkräutern keinen Platz. Kletter- und Ramblerrosen zieht es stattdessen in die Höhe. Ob Pergola, Hauswand oder alter Obstbaum - die Himmelsstürmer bringen die Vertikale eindrucksvoll zum Blühen. Ungefähr kniehoch bleiben dagegen Beetrosen. Sie wachsen sehr kompakt und ziehen mit ihrem Blütenreichtum Menschen - und Insekten - in ihren Bann. Anders als ihre rosigen Schwestern tragen diese Sorten ihre Blüten in opulenten Büscheln zu Schau.

Vor allem Beetrosen und kleinere Strauchrosen eignen sich für farbstarke Kombination mit Gewächsen wie Stauden und Gräser. "Wichtig ist, dass die Pflanzpartner ähnliche Standortansprüche bezüglich Licht und Boden haben", erklärt Max Hohenschläger vom BGL. "Zwar harmonieren beispielsweise Rosen und Lavendel (Lavandula angustifolia) optisch perfekt, tatsächlich empfiehlt sich dieses Duo aber nur mit ausreichend Abstand. Denn während sich der Echte Lavendel kargen, trockenen und kalkreichen Grund wünscht, bevorzugen Rosen nährstoffreiche und lockere Erde mit weniger Kalk."

Landschaftsgärtner raten hier zu Lavendel-Alternativen wie Rittersporn (Delphinium), Steppen-Salbei (Salvia nemorosa) oder Katzenminze (Nepeta). Auch Glockenblume (Campanula) und Frauenmantel (Alchemilla) bieten sich an.

Für moderne Gärten sind Gräser ideal, zum Beispiel das Lampenputzergras (Pennisetum alopecuroides), das Blaugras (Sesleria caerulea) oder die Rutenhirse (Panicum virgatum). Sie verleihen den opulenten Rosen Leichtigkeit und schaffen einen ruhigen Hintergrund. Im Zusammenspiel mit einfachblühenden Rosen verbreiten Gräser wilden, natürlichen Charme.

Für moderne Gärten sind Gräser als Kombinationspartner ideal. Sie verleihen den opulenten Rosen Leichtigkeit und schaffen einen ruhigen, natürlichen und dennoch lebhaften Hintergrund. Foto: BGL

Kletterrosen

"Bei Kletterrosen hat sich die Clematis als Partnerin bewährt, denn die Standortansprüche der meisten Arten sind denen der Rosen sehr ähnlich", so Hohenschläger. "Je nach Blütezeit bringen die teils konträren Farben entweder Spannung in den Garten oder die Klettermeister wechseln sich mit ihrem großen Auftritt zeitlich ab." Übrigens: Ramblerrosen eignen sich für diese Kombination nicht, da sie zu wuchsfreudig sind und ihre Kletterpartner mit der Zeit verdrängen würden.

Rosen brauchen ausreichend Platz - nicht nur in den ersten Jahren, sondern auch darüber hinaus. Daher ist es wichtig, Beetpartner zu wählen, die den Schönheiten Licht und Luft lassen. Sie sollten zum einen nicht wesentlich höher als die Rosen wachsen, zum anderen sich nicht zu stark ausbreiten. "Ausläufer bildende Gräser sind zu meiden", erläutert Max Hohenschläger vom BGL. "Auch Bodendecker zur Unterpflanzung empfehle ich eher selten, da Rosen regelmäßig gelockerten Boden bevorzugen."

Zwar gibt es einiges zu beachten, damit das blühende Kunststück mit Rosen gelingt - doch es lohnt sich. Eine durchdachte Beetkombination bringt die Königinnen des Gartens und ihre Partner erst so richtig zur Geltung. Und wer auch die Blütenzeiten im Auge behält, wird mit einer Rabatte belohnt, die durch das Jahr beeindruckt. BGL