12.05.2021

Interview mit dem Unternehmen "zu Jeddeloh Pflanzen"

Hier wachsen nicht nur Pflanzen, sondern auch Innovationen

Links: Ivonne Solbrig, Marketingleiterin. Rechts: Rolf Watermann, Geschäftsführer. Foto: Zu Jeddeloh

_ Herr Watermann, was unterscheidet ihr Unternehmen von ihren Wettbewerbern?

_ Zunächst sind wir im Vergleich zu vielen Wettbewerben Produzent durch und durch. Eine der größten und modernsten Containerbaumschulen Europas. Dadurch sind wir in der Lage große Mengen an Pflanzen in uniformer und stets gleichbleibender Qualität zu produzieren. Mit Herz und Verstand von Meisterhand, MPS-zertifiziert und "Made in Germany". Das unterscheidet uns von klassischen Pflanzenhandelsunternehmen, die ihre Ware ausschließlich aus verschiedenen Betrieben zukaufen. Wir bürgen als moderne Pflanzenmanufaktur aber auch als inhabergeführtes Familienunternehmen mit unserem Namen "zu Jeddeloh" für die Qualität unserer Ware. Seit fast 90 Jahren. Das schafft Vertrauen beim Kunden. Und außerdem verkaufen wir nicht nur Pflanzen, sondern auch Pflanzen-Marken, die professionell von unserer hauseigenen Marketingabteilung vermarktet werden. Damit heben wir uns von der Konkurrenz ab.

_ Frau Solbrig, Sie sind für dieses Marketing hauptverantwortlich. Wann genau ging es damit los und was umfasst diese Tätigkeit in der Baumschule?

_ Die Begriffe Marketing, PR und Markenführung waren in der Baumschulwelt bis Ende der 90er Jahre böhmische Dörfer. Pflanzen waren austauschbare Produkte in schwarzen Töpfen, generische Artikel, die sich lediglich anhand von einfachen Etiketten unterschieden haben. Das hat sich mittlerweile grundlegend geändert. Und unsere Baumschule gehört zu den Pionieren in Sachen Marketing. Alles begann mit der Einführung der berühmten Pflanzenmarke Endless Summer® im Jahr 2005 in den deutschen Markt. Meine erste Aufgabe als neue Marketingleiterin. Noch nie hat eine einzelne Pflanze für so viel Furore in den Medien gesorgt: Egal ob im TV - in diversen Gartensendungen, in Hochglanztiteln, Frauenzeitschriften und Hobbygartenmagazinen - die Pflanze war von jetzt auf gleich wahnsinnig präsent und ist bis heute nicht aus dem Handel wegzudenken. Und das war erst der Anfang. Unser Marketing-Team ist gewachsen und kümmert sich heute um die strategische und operative Markenführung von vielen Pflanzenmarken und um deren Verbreitung auf allen Kommunikationskanälen - online und offline.

Damit begann das Marketing in der Baumschulwelt. Im Jahr 2005 sind die Endless Summer® Hortensien in den deutschen Markt eingeführt worden und sind bis heute nicht mehr aus Gartencentern wegzudenken. Foto: Zu Jeddeloh

_ Frau Solbrig, was war außerhalb von der Entwicklung neuer Marken und Produkte ihre größte Innovation der letzten Jahre?

_ Dazu zählt sicherlich der Aufbau unserer eigenen Hausdruckerei. Auch in dieser Technologie sind wir Vorreiter in der gesamten Branche. Hier haben wir lange Zeit in "Forschung und Entwicklung" investiert, weil es so etwas einfach in der gesamten Druckerbranche noch nicht gab. Mein Team-Kollege Uwe Horstmann hat unermüdlich daran gearbeitet. Aber es hat sich gelohnt: Weil unser Kunde dadurch König wird. Wir machen es möglich, dass nun Gartencenter mit ihrem eigenen Namen für die gute Warenqualität bürgen können - mit hauseigenen, gelabelten Etiketten - gestaltet nach individuellen Wünschen. Ware aus einem Guss - in gleicher Aufmachung - schafft Ordnung im Gartencenter, anstatt eines bunten Durcheinanders und unterstreicht die Wertigkeit. Das erweckt Vertrauen beim Endverbraucher und bindet Kunden langfristig.

_ Herr Watermann, was war in den letzten Jahren die größte Herausforderung für Ihr Unternehmen?

_ Grundsätzlich ist für die grüne Branche immer das Wetter eine große Herausforderung. "Wetter schlägt Konjunktur", sagt man so schön. Aber damit müssen wir leben und das kann man auch nicht beeinflussen. Im letzten Jahr kam die Corona-Pandemie als unkalkulierbares Risiko hinzu. Unsere Branche ist glücklicherweise mit einem blauen Auge davongekommen. Wir konnten durch die verstärkte Nachfrage nach dem Lockdown im Frühjahr 2020 alle Verluste wieder aufholen. Aber dennoch hat uns das gezeigt, wie wichtig eine gut funktionierende Logistik ist. Wenn plötzlich alle auf einmal mit frischer Ware beliefert werden wollen, muss das perfekt organisiert sein. Wir investieren und arbeiten regelmäßig an unserer Logistik, um noch mehr Ware in der Hauptsaison verladen zu können und zu garantieren, dass wir jedes Gartencenter zweimal wöchentlich bundesweit beliefern können. Dafür haben wir unser Logistikzentrum zur Saison 2021 noch einmal verdoppelt. Hier werden unsere Pflanzen zeit- und witterungsunabhängig perfekt für den Verkauf im Gartencenter aufbereitet und kommissioniert.