01.03.2021

PATZER ERDEN GmbH

Auch torfreduzierte Erden müssen funktionieren

Schon heute bietet das frux Fachhandelssortiment neben torfreduzierten Erden auch alle Haupt-Erden als torffreie Variante an. Foto: Patzer Erden GmbH

Die Torfersatzquote allein sagt nichts über die Qualität von Blumenerden aus. Sie müssen auch funktionieren. Im Gespräch mit Dipl.-Ing. agr. Christian Günther, Verkaufsleitung Fachhandel & Export bei der PATZER ERDEN GmbH.

Anbieter von Erden übertrumpfen sich derzeit regelrecht bei der Torfersatzquote.

Vor dem Hintergrund des Klimaschutzprogramms 2030 der Bundesregierung und der damit einhergehenden Torfreduktionsstrategie steigt die Zahl der Anbieter von stark torfreduzierten bzw. torffreien Erden und Substraten enorm. Dementsprechend steigt die Torfersatzquote. Allerdings sollte diese Quote nicht das alleinige Kriterium für die Qualität von Erden sein.

Dipl.-Ing. agr. Christian Günther, Verkaufsleitung Fachhandel & Export bei der PATZER ERDEN GmbH. Foto: Patzer Erden GmbH

Was heißt das konkret?

Nun, grundsätzlich gilt für torfreduzierte und torffreie Erden natürlich genau das Gleiche wie für klassische, torfhaltige Erden: Sie müssen gebrauchsfertig und an den jeweiligen Verwendungszweck angepasst sein sowie Kultur- und Anwendungssicher-heit gewährleisten. Platt gesagt: Die Erden müssen funktionieren.

Konkret heißt das, dass man bei allen Bemühungen, den Torfanteil zu reduzieren, natürlich nicht die Qualität der Erden aus dem Auge verlieren darf. Schließlich geht es um das gesunde, arttypische Wachstum der Pflanzen, reiche Ernteerträge usw.

Ihr Unternehmen gehört beim Einsatz von Torfersatzstoffen zu den Vorreitern.

Ja, der Einsatz von Torfersatzstoffen sowie Nachhaltigkeit und Regionalität sind feste Bestandteile unserer Produktionsstrategie. Bereits seit den 1950er-Jahren mischen wir unseren Erden und Substraten frischen Naturton bei. Ab den 1980er-Jahren kamen weitere Torfersatzstoffe, insbesondere Holzfasern, Kompost und Rindenhumus, hinzu. Daher verfügen wir über umfangreiche Erfahrung, wenn es um Torfreduzierung und Torfersatz geht.

Da wir alle Sparten des Gartenbaus bedienen, also Produktionsgartenbau, GaLaBau und Fachhandel, fließen die hohen Qualitätsstandards und die Produktentwicklung in alle Bereiche ein, was zu einer sehr positiven Wechselwirkung führt. So stehen dem Hobbygärtner zum Beispiel torffreie Erden zur Verfügung, die sich bereits in der gärtnerischen Produktion bewährt haben. Das kann sicher nicht jeder Anbieter von torffreien Erden von sich behaupten.

Aktuell sind unsere Verkaufserden für den Fachhandel der Marken frux, GartenWerk und FlorBest durchschnittlich schon zu mehr als 50 Prozent torfreduziert – 13 Bioerden und Materialien von frux sind sogar schon gänzlich torffrei.

Warum sind torfreduzierte Erden komplexer als torfbasierte?

Derzeit gibt es keinen Rohstoff, der allein die einzigartigen physikalischen und chemischen Eigenschaften von Torf 1 zu 1 ersetzen kann. Den Torfanteil in einer Erde zu reduzieren bedeutet deshalb immer: weg von einem oder wenigen hin zu vielen Rohstoffen in einer Mischung. Das setzt eine Menge fachliches Know-how sowie moderne, komplexe Mischtechnik voraus.

Eine der Herausforderungen dabei ist, die teilweise sehr unterschiedlichen Rohstoffe so miteinander zu kombinieren, dass die fertig gemischte Erde dann gartenbaulich eingesetzt werden kann und der Anwender seine Kulturführung, sein Gieß- und Düngeverhalten kaum anpassen muss. Frischer Ton in der Erde gewinnt in diesem Zusammenhang durch seine ausgleichende und verbindende Wirkung übrigens noch mehr an Bedeutung.

Inwieweit muss man denn sein Gieß- oder Düngerverhalten bei torffreien Erden anpassen?

So wie es bei torfbasierten Erden Unterschiede in puncto Zusammensetzung, Aufdüngung und Struktur gibt, unterscheiden sich natürlich auch torfreduzierte bzw. torffreie dahingehend. Auch hier gilt: Hochwertige Erden von einem spezialisierten Hersteller sind in der Regel bereits optimal auf den jeweiligen Verwendungszweck abgestimmt, egal ob torffrei oder mit Torf.

Beim Düngen spielt es eher eine Rolle, ob ich mit einer schwach gedüngten Vermehrungserde starte oder die Pflanzen gleich in eine stärker gedüngte Blumenerde mit Langzeitdünger setze. Auch die Art des enthaltenen Düngers – zum Beispiel organisch oder mineralisch – entscheidet mit, wann gedüngt werden muss.

Beim Gießen ist es so, dass feiner strukturierte Erden das Wasser besser halten können, aber auch eher zu Staunässe neigen. Strukturreiche Erden leiten dagegen überschüssiges Wasser besser ab, sorgen für einen guten Luftwechsel im Wurzelbereich, müssen mitunter aber öfter gegossen werden.

Von Vorteil ist es in jedem Fall, wenn der Erde Ton zugemischt wurde. Durch die hohe Speicherfähigkeit für Wasser und Nährstoffe verleiht der Ton der Erde Anwendungssicherheit, u.a. auch mit Blick auf die zunehmend länger anhaltenden Trockenphasen.

Welche Chance eröffnen torfreduzierte Erden dem gärtnerischen Fachhandel?

Eine große. Aktuelle Marktanalysen und zahlreiche Rückmeldungen von unseren Handelspartnern zeigen, dass torfreduzierte bzw. gänzlich torffreie Erden zunehmend nachgefragt werden. Durch die Dynamik der Klimaschutzdiskussion und die Auswirkungen auf Produkte und Sortimente sind viele Endverbraucher verunsichert und schätzen mehr denn je die Beratung und die Sachkenntnis des Fachhandels.

Schon heute bietet das frux Fachhandelssortiment neben torfreduzierten Erden auch alle Haupt-Erden als torffreie Variante an.

www.patzer-erden.de