20.01.2021

Terrassenbeläge: Überblick über Trends und Angebote (Holzdielen, Steine)

Terrassen ansprechend gestalten

Die Terrasse mit einem Boden aus geöltem Lärchenholz fügt sich harmonisch in die Gartenlandschaft ein. Foto: Eva Holz

Terrassen sind die erweiterten Outdoor-Lebensräume zu Haus und Wohnung. Gerade in den immer wärmer werdenden Sommern zieht es einen hinaus und viele Aktivitäten wie Essen und Arbeiten werden nach draußen auf Terrassen verlegt. Dr. Andrea Brill hat sich den Markt angeschaut und stellt eine Auswahl an Gestaltungselementen vor.

Wichtig bei der Gestaltung dieser Außenräume ist es, sie ästhetisch schön, aber auch in praktischer Hinsicht zu gestalten. Welcher Terrassenbelag für wen ansprechend ist, ist eine individuelle Entscheidung, die von persönlichem Vorlieben, Geschmack oder dem favorisiertem Wohnstil abhängt. Mittlerweile gibt es unter den geeigneten Materialien viele Möglichkeiten, die den jeweiligen Stil treffen: vom Naturstein, über warme Klinker und natürliche Holzdielen, Tropenhölzer oder Keramik bis hinzu Beton in Holzoptik. Nachfolgend hilft eine Übersicht bei der richtigen Auswahl.

Terrasse aus Holz

Für Freunde von natürlichen Materialien ist ein Terrassenbelag aus Holz unersetzlich. Hier besteht eine große Auswahl an verschiedensten Hölzern, wie Nadelhölzern (z. B. Lärche oder Douglasie), einheimischen Harthölzern (z. B. Robinie oder Eiche), tropischen Harthölzern (z. B. Bangkirai, Ipe oder Cumaro) oder modifizierten Hölzern (z. B. Thermoholz, Kebony oder Accoya). Das Holz bildet eine harmonische Verbindung zum umliegenden Garten und lässt sich gut mit den Gartenstrukturen wie Beeten oder auch Teichen kombinieren.

Je nach Bedarf bieten die unterschiedlichen Hölzer mit ihren jeweiligen Eigenschaften auch unterschiedliche Vorteile. Tropenhölzer wie zum Beispiel Garapa oder Mandioqueira zeichnen sich durch eine hohe Dauerhaftigkeit aus, wie sie auf Terrassen im Außenbereich gewünscht ist. Das Holz hat den Vorteil gegenüber Stein oder Beton, dass es nach einem heißen Sommertag schneller auskühlt, damit also klimatisch angenehmer ist. Regenwasser kann durch die eigene Struktur des Holzes besser abließen und in den Boden versickern. Stein und Beton gelten zwar als robuster und langlebiger, Holz kann aber bei richtiger Behandlung ebenso langlebig sein. Dafür muss die Holzterrasse durchdacht geplant, materialgerecht montiert und regelmäßiger gepflegt werden.

Um Schäden vorzubeugen, sollte auf folgendes geachtet werden: natürliche Dauerhaftigkeit der Materialien, konstruktiver Holzschutz und regelmäßige Reinigung und Pflege der Holzdielen.

Dabei bietet die Dauerhaftigkeitsklasse Orientierung. Bei der Auswahl der Hölzer sollte darauf geachtet werden, dass es sich um ausgesprochene Terrassenhölzer handelt. Alle gebräuchlichen für Terrassendielen verwendeten Holzarten sind in einer europäischen Norm (DIN EN 350) in sogenannte Dauerhaftigkeitsklassen eingeteilt. Heimische Hölzer wie Kiefern haben nur eine mittlere bis schlechte Dauerhaftigkeit.

Auch tropische Hölzer wie Teak oder Bangkirai eignen sich als Terrassenbelage. Viele Baumarten aus dem tropischen Regenwald in Südamerika, Asien und Afrika sind besonders gegen Feuchtigkeit und holzzerstörende Pilze sowie Schädlinge und Fäulnis resistent. Auch die schönen Maserungen der Tropenhölzer bieten sich für eine ästhetische Gestaltung der Terrasse an.

Holzdeck für Lieblingsecken

Lieblingsecken im Garten liegen meist etwas abgelegen und nicht direkt an der Terrasse. Damit diese Plätze aber trocken sind und Erholung bieten, gibt es die Möglichkeit, ein Holzdeck einzurichten. Hierbei handelt es sich um ein hölzernes Podest, auf dem die Liege oder der Gartensessel steht. Ein Holzdeck kann entweder dauerhaft wie eine Terrasse angelegt werden oder aber für eine Saison einfach auf einer Unterkonstruktion mit Einschlaghülsen, die in den Boden als senkrechte Pfosten eingeschlagen werden. Bei Deckhöhen von über 65 Zentimetern sind zusätzliche statische und bauaufsichtliche Anforderungen zu berücksichtigen. Als Materialarten kommen alle Terrassendielen infrage, die für beanspruchte Außenbereiche geeignet sind. Achtung: Bei Nässe werden Holzdecks schnell zur Rutschbahn, insbesondere bei Flächen, die nach Regen nur langsam abtrocknen und auf denen Algen und Moose wachsen. Lösen kann man dieses Problem bereits beim Bau des Decks durch die Anlage eines leichten Winkels, der dafür sorgt, dass das Regenwasser abläuft. Eine gute Belüftung der Unterkonstruktion unterstützt das Trocknen und erhöht die Haltbarkeit des Holzes.

Kebony bietet hochwertige Terrassenbeläge in verschiedenen Ausführungen an. Foto: Kebony

Modifizierte Hölzer

Ein weiterer neuer Trend liegt in thermisch modifizierten Hölzern, "Thermally Modified Timber" (TMT) - kurz Thermoholz. Durch Sauerstoffentzug und Erhitzung auf über 160 Grad Celsius erhält das Holz eine höhere Dauerhaftigkeit. Dafür geeignete Hölzer sind meist einheimische Nadel- und Laubhölzer wie Erle, Esche, Fichte und Kiefer. Durch die Erhitzung reduziert sich das Quell- und Schwindverhalten des Holzes, das allerdings auch spröder wird und daher nicht ganz so flexibel wie unbehandeltes Holz ist. Das Holz verdunkelt sich durch die Behandlung. Dem gegenüber stehen chemisch modifizierte Hölzer (CMT) ,,Chemically Modified Timber" (CMT), die zum Beispiel mit Essigsäureanhydrid oder Furfurylalkohol, behandelt werden. Die eingesetzten Stoffe gehen mit der Zellulose und dem Lignin im Holz Reaktionen ein. Dadurch verbessert sich die Dauerhaftigkeit und Maßhaltigkeit. Verwendet werden hier eher Holzarten, die von Natur aus eine eher geringe Dauerhaftigkeit haben.

Ökologischer Bambus

Als ökologische Variante ist Bambus als Terrassen-Diele ein immer mehr gefragtes Material. Bambus ist ein schnell nachwachsender Rohstoff, der ökologisch erzeugt wird und eine Alternative zu tropischen Hölzern bildet. Das Unternehmen Bamboo Flooring hat sich auf Bambus spezialisiert und hat Terrassendielen mit Bambus aus nachhaltigem Anbau im Sortiment, bezogen wird der Bambus ohne Zwischenhändler direkt vom Produktionsstandort. Die homogene Oberfläche verleiht dem Belag das Aussehen von Harthölzern. Bambus erfordert nur eine minimale Pflege, wobei das Erscheinungsbild lange erhalten bleibt. Eine breite Farbpallette ermöglicht eine individuelle Gestaltung.

Terrassenplatten mit Holzoptik

Wer Probleme mit dem Material Holz hat, aber dieses optisch am attraktivsten findet, sollte auf Terrassenplatten mit Holzoptik zugreifen. Die Platten bestehen aus Materialien wie Keramik, Kunststoff oder Beton, bieten daher auch die Vorteile dieser Stoffe, wirken aber wie aus Holz gemacht. Es handelt sich um eine Platte, die mit einer Holzoptik versehen wird, der Look des Holzes wird quasi aufgedruckt. Dies können klassische Keramikfliesen, die für den Außeneinsatz geeignet sind, oder aber auch Kunststoffplatten sein. Optisch ist die Ähnlichkeit frappierend, nur wenn man mit nackten Füßen über den Boden läuft, spürt man den Unterschied. Auch verschiedene Muster und Maserungen sind möglich, was die Holzoptik zusätzlich unterstreicht: Stäbchenlook, Fischgrätenmuster oder Maserungen von edlen Hölzern.

Materialien wie Keramik, Kunststoff oder Beton strahlen eine Wärme aus, wie sie Holz besitzt, Keramik leitet Wärme weiter. Der Verbund der festen Platten ist stabil und daher auch langlebig, es ist auch möglich, eine Fußbodenheizung darunter zu installieren. Gegenüber Holz sind die Alternativmaterialien preiswerter und pflegeleichter. Im Unterschied zum Holz ist die Haptik weniger angenehm und die Platte mit Holzoptik ist deutlich kälter als die echte Holzplatte. Die Platten werden in unterschiedlichen Formaten angeboten, meist rechteckig oder länglich, ähnlich dem Parkett. Aber auch Quadrate sind möglich zwischen 10 und 100 Quadratzentimetern. Die Kosten der Terrassenplatten in Holzoptik richten sich je nach Größe und Material.

Natur und Kunststoff

Eine weitere Variante besteht in Platten aus dem Verbundwerkstoff WPC (Wood-Plastic-Composite), die auch als Fliesen bezeichnet werden. Dieser Werkstoff ist feuchtigkeits- und witterungsbeständig und widerstandsfähig gegen UV-Licht. Auch die Verbindung von Kunststoff und Echtholz ist bei Terrassenplatten möglich. Der Kunststoff dient bei diesen Platten als Unterbau, auf den Echtholzsorten gelegt sind. WPC/BPC gilt als das Material der Zukunft, vor allem auch durch den Vorteil der gleichbleibenden Oberfläche der Terrassendielen, ein vergrauen wie beim Holz findet hier nicht statt. In den vergangenen Jahren ist vor allem die Nachfrage bei WPCs stark gestiegen. Ein Grund liegt in der leichten Pflege: kein Ölen, kein Abschleifen und keine Materialsplitterung. Aber unter den WPCs herrschen deutliche Qualitätsunterschiede. Bei Billigimporten kann es zu Mängeln in der Festigkeit kommen. Beim Kauf sollte auf das Gütesiegel "Qualitätsgemeinschaft Holzwerkstoffe" geachtet werden. Bei der Verlegung von WPC sollte man wissen, dass sich Verbundstoffe aufgrund ihrer Zusammensetzung durch Wärme und Feuchtigkeit ausdehnen und bei Kälte und Trockenheit wieder zusammenziehen.

Auch nach 60 Jahren ist dieser Terrassenbelag noch ästhetisch und harmoniert bestens mit dem grünen Gartenumfeld. Foto: Andrea Brill
Diese Sandsteinterrasse wird zusätzlich von naturbelassenen Sandsteinquadern umsäumt. Foto: Anne Hoffmann
Ein grauer Pflastersteinbelag unterstreicht das klassische Ambiente der Terrasse. Foto: Andreas Kochseder

Terrassenplatten aus Beton

Beton wird als Material für Terrassenplatten immer attraktiver, da er dem modernen minimalistischen Stil entgegenkommt. Beton bietet aber auch den Vorteil der Beständigkeit, da sich seine Oberflächenstruktur kaum verändert. Auch sind Betonplatten zu 100-prozentig frostbeständig und Wasser fließt leicht ab, sodass bei Nässe keine Rutschgefahr besteht. Terrassenplatten aus Beton lassen sich im Vergleich zu Natursteinen einfach verlegen, da sie in der Regel in standardisierten Größen hergestellt werden. Bei regelmäßiger Pflege und Reinigung bleibt auch Beton optisch attraktiv. Mittlerweile zeigt sich auch der Beton in verschiedenen Verarbeitungen, mit Struktur oder ohne, glänzend oder matt, glatt oder geschliffen. Betonplatten gibt es in Naturstein- und Holzoptik, oder aber auch in Natursteinoptik.

Die Reinigung und Pflege von Betonplatten erfolgt einfach mit klarem, sauberem Wasser, einer pH-neutrale Seife und einer Brüste. Bei starker Verschmutzung kann ein spezieller und milder Terrassenreiniger verwendet werden. Moos und hartnäckiger Schmutz können durch zeitnahe Imprägnierung der Terrassenplatten direkt nach der Verlegung vermieden werden. Terrassenplatten aus Beton sind verglichen mit Natursteinen günstiger im Preis. Die Betonplatten sind in der Regel in standardisierten Größe erhältlich, wie 40 x 40 Zentimeter, 50 x 50 Zentimeter, 40 x 60 Zentimeter oder 30 x 60 Zentimeter.

Terrasse aus Stein

Ebenso wie Holz ist Naturstein eine beliebte Variante für Liebhaber von natürlichen unbehandelten Materialien. Für den Außenbereich eignen sich insbesondere Granit oder Sandstein. Marmor ist eher ungeeignet. Eine Terrasse aus Granitplatten ist unkompliziert zu pflegen, robust und wetterbeständig. Die Granitplatten werden wie Betonplatten verlegt und sind in unterschiedlichen Größen und Materialzusammensetzungen erhältlich. Der Untergrund sollte tragfähig und fest sein und das Regenwasser muss problemlos ablaufen können, damit bei Frost keine Schäden entstehen. Steine lassen sich in einer großen Bandbreite an Formaten verlegen, angefangen von kleinen Mosaikplatten über handliches Steinpflaster bis hin zu großen Terrassenplatten. Voraussetzung ist ein gut verdichteter, tragfähiger Untergrund, was am besten durch einen professionellen Gartenbauer erfolgt, denn es handelt sich um umfangreiche Erdarbeiten. Natursteine bieten darüber hinaus eine große Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten. Je nach Steinart haben sie ansprechende Farben, wie hellgrau beim Quarzit, rötlich wie Granit, beige wie Sandstein oder weißlich, rötlich, gräulich oder fast purpurn wie Porphyr. Steine sind robust und langlebig, differieren aber auch je nach Sorte. Gneis ist zum Beispiel robust und unempfindlich, bei Kalkstein sollte auf ausreichende Frosthärte geachtet werden. Für schattige Plätze eignet sich Granit, da er nicht so leicht vermoost, Travertin bevorzugt dagegen sonnige Orte.

Pflasterklinker als Belag

Natursteinboden oder generell Böden in Stein-Optik sind angesagt. Daher sind wegen ihrer warmen Rotfärbung auch Pflasterklinker bei Terrassenbelägen sehr beliebt. Die Backsteine aus gepresster und gebrannter Tonerde harmonieren mit ihren Braun- und Rottönen mit jedem Garten. Auch die natürliche Patina, die sich nach einigen Jahren entwickelt, ist ästhetisch schön.

Die meist länglich und rechteckig geformten Pflasterklinker sind robust und hochwertig. Nach der Verlegung machen sie wenig Arbeit, höchstens das Unkraut das durch die Fugen wächst.

Mit einer Auswahl aus über 15 verschiedenen Designs und vielen Farbvarianten sind der Gestaltung keine Grenzen gesetzt. Foto: Plastoform

Die richtige Pflege

Je nach Art des Terrassenbelags ist eine andere Pflege gefordert. Holzdielen aus einheimischen Hölzern profitieren von einer Farbpflege, Tropenhölzer sollten immer wieder einmal mit pflegenden Holzöl behandelt werden, um die Farbe strahlend zu erhalten. Bei Betonsteinen und Klinkern, Naturstein oder Feinstein ist die Reinigung durch Abkehren oder mit Wasser unterstützend für eine lange Haltbarkeit.

Betonplatten dagegen können auch mit Hochdruckreiniger behandelt werden. Holz verträgt am besten klares Wasser und eine kräftige Bürste. WPC sollten mit einem entsprechenden Spezialreiniger behandelt werden. Imprägnierungen sind bei WPC sowie Naturstein und Feinsteinzeug angesagt. Dadurch können Verschmutzungen bereits vorgebeugt werden.