14.11.2020

Markt im Monat

Ministerpräsident Laschet zu Gast bei Pellens Hortensien

Gute Gespräche in persönlicher Atmosphäre: Ministerpräsident Armin Laschet und Landratskandidatin Silke Gorißen besuchten den Gartenbaubetrieb von Andreas Pellens (r.). Foto: Pellens Hortensien

Die beiden schwarzen Limousinen fielen auch mit ausgeschaltetem Blaulicht ins Auge, als sie auf dem Parkplatz vor dem Hortensienbetrieb Pellens in Geldern vorfuhren. Aus einem der Wagen stieg Armin Laschet, Ministerpräsident des Landes NRW. Auf Einladung von Silke Gorißen, Landratskandidatin des Kreises Kleve, hatte er den Weg zum Betriebsbesuch nach Geldern gefunden. Die beiden CDU-Politiker nahmen sich rund eine Stunde Zeit, um sich über die aktuellen Themen zu informieren, die den Gartenbau derzeit bewegen.

Persönliche Atmosphäre

"Es war eine sehr persönliche Atmosphäre", berichtet Geschäftsführer Andreas Pellens von dem Besuch. "Die Zahl der Personen war klein, daher konnten wir die Zeit intensiv nutzen und es war auch unproblematisch, die wichtigen Abstandsregeln einzuhalten." Ellenbogencheck zur Begrüßung, der Rundgang führte über breite Wege durch gut belüftete Gewächshäuser und das Außengelände, Abstände wurden auch im Gespräch und für die zahlreichen Fotos eingehalten, die natürlich gemacht wurden - die griffbereiten Masken konnten da in den Hosentaschen verbleiben.

Beim Betriebsrundgang sprach Andreas Pellens mit Silke Gorißen und Armin Laschet über Nachhaltigkeitskonzepte, Mitarbeiterfindung und das Wirtschaften in Coronazeiten. Er konnte von enormen Wassereinsparungen durch das Abstreuen mit Containermulch berichten, vom Grundwasserschutz durch Osmocote-Spezialdünger und den flächendeckenden Einsatz von Recyclingtöpfen; von Nützlingen, reduziertem Verbrauch von Pflanzenschutzmitteln und der Nutzung von erneuerbaren Energien. "Ich finde es Klasse, wenn man sieht, wie progressiv unsere Gartenbau-Betriebe im Kreis den Umweltschutz voranbringen", sagte Silke Gorißen dazu. Die Entwicklung in den letzten Jahren sei enorm, oft passiere dieses Engagement aber noch im Stillen. Daher sei es ihr ein Anliegen, darauf aufmerksam zu machen, erklärte die Landratskandidatin.

An einer Planungstafel viel der Blick Laschets auf Fotos von allen Mitarbeitern und auf die Tatsache, dass das Team sehr international besetzt ist. "Wir haben unser Konzept für Saisonkräfte in den letzten Jahren komplett umgestellt", erklärte Andreas Pellens dazu. "Anstatt Saisonkräfte aus Polen oder Rumänien extra herzuholen, arbeiten wir nun auch viel mit Flüchtlingen zusammen, die sowieso hier vor Ort wohnen und froh sind, eine Chance auf Arbeit zu bekommen. In diesem Jahr sind zudem Deutsche auf uns zu gekommen, die durch Corona in Kurzarbeit waren oder ihren Job verloren haben. Einige der ehemaligen Saisonkräfte haben wir mittlerweile fest angestellt, haben ihnen wo gewünscht bei Deutschkursen geholfen. Wir merken, dass die Zusammenarbeit der Nationen viel Verständnis füreinander und auch gegenseitige Unterstützung entstehen lässt. Und statt dass der Lohn der Saisonkräfte wie früher ins Ausland verbracht wird, sorgt er nun hier vor Ort für Kaufkraft." Anerkennendes Nicken der Politiker. Einen Wunsch sprach Andreas Pellens in diesem Zusammenhang auch noch aus: Eine bessere Erreichbarkeit von Behörden für Arbeitgeber sei überfällig. Ob es um Arbeitsanträge für Flüchtlinge oder Bauvorhaben gehe, als Arbeitgeber brauche man zeitnah eine Rückmeldung. Hier traf Pellens bei Gorißen wie bei Laschet auf offene Ohren.

Betriebsgeheimnis

Nur eine Frage, die hat Andreas Pellens Herrn Laschet nicht beantwortet. Wie genau denn der Trick mit den preisgekrönten mehrfarbigen Colour-Club-Hortensien funktioniere. "Das ist Betriebsgeheimnis", sagte Pellens und erntete dafür ein offenes Lachen des Ministerpräsidenten, bevor dieser schließlich wieder in seine Limousine stieg. Um nach Isselburg weiterzufahren, zur zweitägigen Kabinettssitzung.