23.11.2020

Fokus Grün

Kreislauf im Herbstgarten: Dahlien raus - Tulpen rein

Die Tulpe "Drumline" ist eine hochwachsende Frühblüherin. Foto: fluwel.de

Die Dahlie ist eine beliebte Sommerblüherin. Mit ihrer Vielzahl an imposanten Blütenköpfen, den intensiven Farben und der langen Blütezeit überzeugt sie Jahr für Jahr auf's Neue. Noch steht sie hier und da auf stolzen Stielen, doch schon bald müssen ihre Knollen aus dem Boden geholt werden.

"Dahlien sind nicht winterhart - deshalb sollte man sie vor dem ersten Frost ausgraben", erklärt Blumenzwiebelexperte Carlos van der Veek von Fluwel. "Wann genau es soweit ist, variiert natürlich von Jahr zu Jahr und von Region zu Region. Daher rate ich Gartenbesitzern, sich am Laub der Dahlie zu orientieren: Wird es gelb, welk und trocken, kann zur Schaufel gegriffen werden." Selbst in Gegenden, in denen der Winter kaum Frost bringt, empfiehlt der Experte, die Knollen auszugraben. Denn auch auf Nässe reagiert die Dahlie empfindlich.

Vor dem Winter ist die Dahlienknolle häufig erheblich größer und dicker, als bei der Pflanzung. Daher ist es wichtig, die Spatengabel nicht zu dicht an die Stiele anzusetzen, sondern eher großzügig Platz zu lassen. Ansonsten läuft man Gefahr, die Knolle zu verletzen und so anfälliger zu machen für Fäulnis und Austrocknung.

Blumenzwiebelexperte Carlos van der Veek rät: "Lassen Sie nach dem Ausgraben ruhig etwas Erde auf der Knolle und zwischen den Wurzeln. Diese wirkt wir ein zusätzlicher Schutz vor dem Austrocknen." Foto: fluwel.de

Knollen reinigen

Nach dem Ausgraben schneidet man die Stiele der Pflanze einige Zentimeter über der Knolle ab. "Viele Gartenbesitzer reinigen die Knollen vor der Lagerung gründlich mit Wasser. Ich kann davon aber nur abraten!", betont van der Veek. "Zu saubere Knollen trocknen im Vergleich zu etwas erdigeren während der Lagerung schneller aus. Außerdem reizt man die Dahlienhaut unnötig stark. Schmutz und Sand bilden dagegen einen zusätzlichen Schutz.

Daher mein Rat: Lassen Sie ruhig etwas Erde auf der Knolle und zwischen den Wurzeln!" Anschließend werden die fingerähnlichen Kraftpakete in eine Kiste mit Holzspänen gelegt und an einen frost- und zugfreien Ort gebracht. Man kann die Knollen auch in Zeitungspapier wickeln und in einer Plastiktüte lagern - bei dieser Variante sollte aber unbedingt darauf geachtet werden, dass die Dahlien in der Tüte noch ausreichend Luft bekommen. Bis Ende April/Anfang Mai werden die Sommerblüher auf diese Weise gelagert. Dann beginnt die Pflanzzeit.

Der späte Herbst ist aber nicht nur die richtige Zeit zum Ausgraben der Dahlienknollen, sondern auch zum Setzen von frühblühenden Blumenzwiebeln. Beide Gartenarbeiten könnten miteinander verknüpft werden, so der Experte van der Veek. "Sind die Dahlienknollen ausgegraben, stehen Gartenbesitzer zwangsläufig vor großen Löchern im Beet. Diese können nun natürlich mit Erde gefüllt werden, aber sie können auch gleich als Pflanzlöcher für im Frühjahr blühende Blumenzwiebeln dienen!", erklärt der Niederländer.

"Perfekt geeignet sind einjährige, große Gewächse mit ähnlichen Ansprüchen an den Boden und die Lichtverhältnisse. Schön machen sich zum Beispiel hochwachsende Tulpen wie die gefüllt blühende 'Drumline', die gefederte 'Flaming Parrot', die sonnengelbe 'Akebono' oder die geflammte 'Marilyn'. Aber auch frühe Allium sind Platzhalter und erfreuen im nächsten Jahr noch vor der Pflanzzeit der Dahlienknollen."

Zwar würden die meisten Gartenbesitzer die Pflanzzeit der frühblühenden Blumenzwiebeln etwas eher im Herbst verorten, tatsächlich könnten die meisten Arten jedoch bis weit in den November in den Boden gebracht werden, betont van der Veek. fluwel.de