26.02.2020

IPM Essen

Neue Verfahren für mehr Umweltschutz

Nachhaltige Töpfe, erkennbar an der Farbe Taupe, gehören zu den Neuheiten bei Pellens Hortensien für 2020. Foto: Pellens Hortensien

Und wieder tritt Pellens Hortensien auf der IPM mit Neuentwicklungen an. Für die Saison 2020 hat der Hortensienspezialist nach eigenen Angaben zahlreiche Stellschrauben zugleich justiert, um den Umweltschutz im Unternehmen voranzubringen.

Auf der IPM 2020 wird Geschäftsführer Andreas Pellens ein neues Kulturverfahren sowie veränderte Verbrauchsmaterialien präsentieren, die erheblich die Umwelt entlasten. Dafür wurde unter anderem in eine mehrteilige Maschinenstraße investiert. Im Bereich Pflanze hat Pellens insbesondere seine "Colour Club"-Farbmixe im Gepäck, für die er kürzlich den Innovationspreis Gartenbau 2019 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft erhielt.

Umweltschutz

Umweltschutz - das Thema ist allgegenwärtig und die Diskussionen darüber sind inzwischen oft emotionsgeladen. "Wir nehmen die Anforderungen der Endkunden und den Druck, der von dort an unsere Kunden weitergegeben wird, sehr ernst", betont Andreas Pellens. "Es gibt leider keine einfache Gesamtlösung, aber wir sind überzeugt, dass wir mit vielen kleinen Schritten insgesamt eine große Strecke vorankommen können. Das war unser Ziel für die neue Saison: An mehreren Eckpunkten ein Stück weiterzugehen, um unter dem Strich ein gutes Ergebnis für die Umwelt und für unsere Kunden zu erzielen."

Neues Verfahren getestet

Konkret heißt das: In der Rohware-Kultur wurde im Winter 2019/20 ein neues Verfahren getestet, das den Fungizideinsatz tatsächlich erheblich reduzieren konnte. "Wir können durch die neue Technik die Ausbreitung von Knospenfäule reduzieren und müssen daher weniger behandeln", erläutert Andreas Pellens. Eingespart wurden seit dem vorigen Jahr auch Herbizide und Wasser, seitdem das Unternehmen seine Pflanztöpfe mit Mulch abstreut. Beikrautwuchs und Verdunstung wurden dadurch reduziert, gleichzeitig die Pflanzenqualität laut Andreas Pellens durch besseres Wurzelwachstum sogar gesteigert. Schließlich hat Pellens es geschafft, durch den Einsatz von Nützlingen den Pestizideinsatz um stolze 80 Prozent zu reduzieren. "Das ist gut für die Umwelt und für unsere Mitarbeiter im Bestand", zeigt Andreas Pellens auf.

Sichtbares Zeichen der Weiterentwicklungen sind zudem neue Kulturtöpfe. Ab der Saison 2020 topft Pellens in Töpfe, die in der Farbe Taupe daherkommen, statt im bisherigen Terrakotta. Dahinter steckt eine Materialänderung. Pellens erklärt: "Die neuen Töpfe bestehen aus Kunststoff, der zu 100 Prozent aus Recyclingmaterial aus Haushaltsabfällen stammt, so genanntem Post-Consumer-Recycling-Material. Und dieser ist auch zu 100 Prozent wieder recyclingfähig, so dass wir hier einen geschlossenen Materialkreislauf unterstützen.

Unsere Töpfe müssen ein Jahr Kulturzeit bei Wind und Wetter draußen auf dem Feld und im Kühlhaus ohne Qualitätseinbußen überstehen, sollen aber am Ende auch nicht einfach im Verbrennungsmüll enden. Ich glaube, die komplette Wiederverwertung ist unter dieser Prämisse die umweltfreundlichste Lösung für uns." Aus dem gleichen Grund wird Pellens ab der neuen Saison auch seine Etiketten umstellen auf 100 Prozent recyclingfähiges Material. Zudem nutzt Pellens schon seit geraumer Zeit ausschließlich Ökostrom für seinen Betrieb, der zum größten Teil aus der eigenen Solaranlage stammt. Er hat zwei Firmenwagen auf Elektromobilität umgerüstet, die somit auch mit Ökostrom fahren, nutzt umhüllte Spezialdünger für den Grundwasserschutz und ist nach GlobalG.A.P. auch ökologisch zertifiziert.

Auf der IPM wird das Ergebnis all dieser Bemühungen in Form der aktuellen Produktlinien von Pellens Hortensien zu sehen sein. Es gibt ein paar Anpassungen auf neuere Sorten im Sortiment, zu dem die Marken "Hortensia", "Colour Club", "You&Me" und "Everbloom" als Roh- und Fertigware und vom T-10,5 bis zum 46-Liter-Topf gehören. n

Unter dem Namen "Nemamax" ist die Nematode Heterorhabditis downesi ab dem Frühjahr 2020 bei der Sautter & Pepper GmbH als neuer Gegenspieler vieler Engerlinge und Erdeulen erhältlich. Die Bandbreite der zu befallenden Schädlinge reicht von den Larven des gefurchten Dickmaulrüsslers, über den großen braunen Rüsselkäfer bis hin zu anderen Rüsslerlarven. Auch Engerlinge des Gartenlaubkäfers, Feldmaikäfers und des silbrigen Purzelkäfers werden befallen. Selbst Erdeulen wie die Ypsioneule oder der Herbst Heerwurm werden nicht verschont.

Bei niedrigen Temperaturen

Ein großer Vorteil der Heterorhabditis downesi ist nach Unternehmensangaben, dass sie ähnlich der Steinernema kraussei schon bei niedrigen Temperaturen um die 8 Grad Celsius aktiv ist. Sie behält, wie die H. bacteriophora, ihre Aktivität bei steigenden Bodentemperaturen bei. Die optimalen Vermehrungsbedingungen liegen zwischen 15 und 20 Grad Celsius Bodentemperatur.

Diese Nematode ist eine Ergänzung zu ihren Artgenossen Steinernema feltiae, Steinernema kraussei und Heterorhabditis bacteriophora. Wie ihre Artgenossen trägt sie ein Bakterium in sich, das sich beim Eindringen und Fressen der Larve auf diese überträgt und dann zum Tode führt. n