02.12.2019

Harmonische Kulisse im Süßwasser-Becken anlegen

Pflanzenvielfalt im Unterwassergarten

Pflanzen in diversen Grüntönen heben sich gut voneinander ab und das Becken bekommt optisch mehr Tiefe.

Nicht erst seitdem Aquascaping bei uns zum Begriff wurde, inszenieren Aquarianer mit Pflanzen faszinierende Unterwasserwelten. Genau wie das Aussuchen der Fische ist auch die Zusammenstellung und Anordnung des lebendigen Grüns schon immer ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Traum-Aquarium gewesen.

M it etwas Geschick, ein wenig "gärtnerischem" Know-how und einer Portion gestalterischer Kreativität lässt sich in jedem Süßwasser-Becken eine wundervoll harmonische Kulisse anlegen, die den Betrachter zum Staunen bringt.

"Im Zoofachhandel gibt es ein riesiges Angebot an Wasserpflanzen. Bei der Auswahl sollte man vor allem darauf achten, dass sich das Aquarium mit den verschiedenen Arten sinnvoll strukturieren lässt", rät Ulrich Gerlach von der Fördergemeinschaft Leben mit Heimtieren e.V. (FLH). Er empfiehlt, ein Becken für die Bepflanzung gedanklich immer in drei Ebenen aufzuteilen: "Vorne platziert man idealerweise Grün mit geringer Wuchshöhe, sodass der Blick nicht verstellt wird. Grasartige Gewächse - wie zum Beispiel die Zwergnadelsimse oder die Zwergschwertpflanze - sind hier perfekt. Viele dieser Vordergrundpflanzen bilden im Laufe der Zeit eine zusammenhängende, bodendeckende Begrünung, die sehr natürlich wirkt. Im mittleren Teil sollten dann größere Pflanzen ihren Platz finden, die nicht zu üppig werden und den Fischen noch ausreichend freien Raum zum Schwimmen lassen. Schnell und hochwachsende Arten wie Hornblatt oder Javafarn bilden schließlich den Hintergrund. Sie können im Laufe der Zeit bis zur Wasseroberfläche emporreichen und verdecken dann die Rückwand und die Technik vollständig. Darüber hinaus bieten sie Fischen viele Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten."

Für interessante Abwechslung im Aquarium sorgt man, indem man Pflanzen mit unterschiedlichen Wuchs- und Blattformen auswählt.

Bei der Aquariengestaltung ist es ratsam, Pflanzen in diversen Grüntönen zu wählen. So heben sie sich gut voneinander ab und das Becken bekommt optisch mehr Tiefe. Auch Gewächse, die sich in ganz anderen Farben zeigen, sorgen für schöne Kontraste: beispielsweise der rotblättrige Tigerlotus, die rötlichen Cryptocoryne-Arten oder die grauweiß gemusterte Eusteralis. "Viele Wasserpflanzen können in kleinen Gruppen zusammengestellt werden, andere machen sich besser als Solitäre", so Gerlach. "Grundsätzlich sollte man aber nicht zu viele verschiedene Arten einbringen, denn das wirkt schnell unruhig. Für interessante Abwechslung sorgt man, indem man möglichst unterschiedlichen Wuchs- und Blattformen auswählt."

Für Aquaristik-Neulinge, die sich nicht sicher sind, wie viele Pflanzen sie für die Gestaltung benötigen und welche sich gut miteinander kombinieren lassen, gibt es im Fachhandel auch fertig zusammengestellte Pflanz-Sets für unterschiedliche Beckengrößen. Sie enthalten verschiedene Arten, die ähnliche Ansprüche hinsichtlich ihres Licht- und Nährstoffbedarfs sowie in Bezug auf die Wasserwerte stellen. Das Einpflanzen gelingt am besten, wenn das Aquarium zunächst nur zur Hälfte mit Wasser gefüllt ist. Sollte es durch das Aufwühlen des Bodengrunds zeitweise etwas undurchsichtig und trüb werden, behält man so trotzdem einigermaßen den Überblick. Damit gewährleistet ist, dass die Pflanzenwurzeln ausreichend mit Nährstoffen versorgt und belüftet werden, empfiehlt es sich, Kies zu verwenden, der nicht zu feinkörnig ist.

Aufsitzerpflanzen

Für Aquarien gibt es übrigens nicht nur Gewächse, die man auf die klassische Art und Weise einpflanzen muss. Sogenannte Aufsitzerpflanzen stammen ursprünglich aus Waldbächen und -flüssen der Tropen und Subtropen. Selbst in diesen schnell fließenden Gewässern gelingt es ihnen, sich mit ihren gut haftenden Wurzeln an felsigem Untergrund festzuhalten. Es sind vor allem Farne, Moose und Aronstabgewächse, die zu dieser Gruppe gehören. "Anstatt sie in den Boden zu setzen, bindet man sie dort fest, wo sie anwachsen sollen, zum Beispiel an Dekorationsmaterialien wie Steinen oder Wurzelholz", so Gerlach. "Für Moose gibt es sogar spezielle Unterwasserkleber, mit denen die feinfiedrigen Pflänzchen an Ort und Stelle gehalten werden können." Die meisten Aufsitzerpflanzen entwickeln sich langsam und kommen auch in weniger gut beleuchteten Bereichen eines Aquariums gut zurecht.

Genau wie das Aussuchen der Fische ist auch die Zusammenstellung und Anordnung des lebendigen Grüns ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Traum-Aquarium.

Schwimmpflanzen

Eine weitere interessante Gruppe sind die Schwimmpflanzen. Sie werden in der Regel einfach auf die Wasseroberfläche gegeben und treiben dann mit der Strömung umher, die durch den Filter im Becken erzeugt wird. Auch hier gibt es viele verschiedene Arten, die sich optisch mitunter stark unterscheiden. Am bekanntesten ist sicherlich die Kleine Wasserlinse,die aus vielen länglich-ovalen Blättchen besteht. Das Raue Hornblatt dagegen hat rötliche Stängel mit grünem Laub, die zwischen 30 und 100 Zentimeter lang werden können. "Wer Schwimmpflanzen in seinem Aquarium einsetzten möchte, sollte immer auch die Bedürfnisse der anderen Pflanzen und der Tiere im Blick haben", sagt Gerlach. "Viele Schwimmpflanzen breiten sich sehr schnell aus und nehmen den Lebewesen unter ihnen das Licht. Sinnvoll ist es daher, sie regelmäßig zu dezimieren. Außerdem lassen sich einige Arten auch gut anbinden, sodass sie nicht mehr im gesamten Becken treiben und so nur bestimmte ausgewählte Zonen beschattet werden. Einige Fischarten tummeln sich besonders gern in diesen etwas dunkleren Aquarienbereichen."

FLH