11.01.2020

Aquaristik

Frösche im Aquarium: Amphibien artgerecht halten

Auch Frösche werden bei Aquarianern immer beliebter. Foto: Dan Olsen – Shutterstock.com

Es müssen nicht immer Zierfische sein, auch Frösche werden bei Aquarianern immer beliebter. Ob akrobatische Drehungen und Loopings bei der Paarung, das Schlüpfen der Kaulquappen aus der Rückenhaut des Muttertiers bei Zwergwabenkröten oder die Ringkämpfe der Zwergkrallenfrosch-Männchen: "Wasserlebende Frösche sind hochinteressante Aquarientiere, die spannende und oft lustige Beobachtungen ermöglichen", sagt Kriton Kunz von der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) in Mannheim. Wie Interessierte die beliebten Amphibien artgerecht halten können, weiß der Experte.

Von den etlichen Froscharten, die überwiegend oder ganz ausschließlich im Wasser leben, sind laut Kunz drei Arten besonders beliebt: der Glatte Krallenfrosch (Xenopus laevis), Böttgers Zwergkrallenfrosch (Hymenochirus boettgeri) und die Zwergwabenkröte (Pipa parva). Diese unkomplizierten Zeitgenossen stellen keine großen Ansprüche. "Sie lassen sich in einem gewöhnlichen Aquarium halten und benötigen keinen Landteil", so der Experte. "Allerdings ruhen viele Exemplare gerne an der Wasseroberfläche, beispielsweise an Schwimmpflanzen."

Die Zwergwabenkröte und vor allem Zwergkrallenfrösche lassen sich hervorragend in schön bepflanzten Becken halten. Dagegen graben Krallenfrösche eingepflanzte Wasserpflanzen aus. "Für sie bieten sich Pflanzenarten an, die auf der Wasseroberfläche oder frei im Wasser treiben, wie Egeria, Lemna oder Pistia", gibt Kunz den Tipp. Ein Bodengrund ist nicht unbedingt erforderlich. "Wichtig sind dunkle, für die Tiere recht enge Verstecke, wie hohl liegende Wurzeln oder Steine, halbe Tonröhren und Ähnliches."

Temperaturen

"Der abgeschirmte Regelheizer sollte für Temperaturen von etwa 25 Grad Celsius bei Zwergkrallenfröschen, 21 bis 28 Grad Celsius bei der Zwergwabenkröte und 20 bis 22 Grad Celsius beim Glatten Krallenfrosch sorgen. Letzterer kommt in warmen Wohnräumen auch ganz ohne zusätzliche Heizung aus", sagt Kunz. Aquarianer füttern die Tiere je nach Größe am besten mit Lebendfutter, wie Wasserflöhen, Mückenlarven, Artemia, kleinen oder größeren Regenwürmern, die sie auch als Frostfutter anbieten können. Lediglich Jungtiere sind in einigen Fällen zunächst auf kleines Lebendfutter angewiesen. Im Zoofachhandel werden für Krallenfrösche zudem spezielle Futterpellets angeboten, die meist auch von Zwergwabenkröten angenommen werden. Halter sollten für das Aquarium kein frisches Leitungswasser verwenden, auch nicht beim Wasserwechsel. "Am besten solches, das mindestens einen Tag in Eimern auslüften konnte", so der Experte. Zudem sollten sie Seemandelbaumblätter ins Aquarium geben: Sie säuern das Wasser leicht an und geben Substanzen ab, die sich positiv auf die Gesundheit der Frösche auswirken.