13.12.2018

Aquaristik

Guppy-Damen lieben farbenfrohe Männchen

Guppymännchen Dragon heat. Foto: FLH

Seit Jahrzehnten gehören Guppys zu den beliebtesten Aquarienfischen in Deutschland und nehmen einen festen Platz in den Becken und Herzen vieler Aquarianer ein. Fast jeder hat die kleinen, bunten Fische schon mal in seinem Becken gehalten und bestaunt. Zu Recht, denn diese anpassungsfähige Fischart hat einiges zu bieten.

Globetrotter in den Flüssen

Ursprünglich stammen Guppys aus den Flüssen Nordbrasiliens, Venezuelas und den vorgelagerten Inseln. 1866 wurden sie von dem Sammler Robert John Lechmere Guppy auf Trinidad entdeckt und begeistert an das Britische Museum nach London geschickt. Auch der zoologische Leiter des Museums nahm an, dass es sich um eine neue Art handele und nannte sie zu Ehren ihres Finders Giradinus guppyi. Später stellte sich allerdings heraus, dass die Fischart zuvor schon unter einem anderen Namen beschrieben worden war. Trotzdem setzte sich die Bezeichnung Guppy durch.

Inzwischen ist der beliebte Fisch nicht nur in vielen Aquarien weltweit zu Hause, er ist auch ein richtiger Globetrotter in den Flüssen geworden: Unzählige Schwärme ziehen heute durch die Gewässer zahlreicher tropischer Länder, in denen sie häufig gezielt zur Mückenbekämpfung ausgesetzt wurden.

Guppys sind lebendgebärende Zahnkarpfen und extrem vermehrungsfreudig. "Ihre rundlichen Weibchen werden 5 bis 6 Zentimeter lang und haben eine unauffällige gräuliche Färbung", erläutert Bernd Schmölzing von der Fördergemeinschaft Leben mit Heimtieren e.V. (FLH). "Die Männchen werden gerade mal 3 Zentimeter groß, sind schlanker, lebhaft und bunt. Ihre verlängerte Schwanzflosse kann dreieckig, gefächert, schwertförmig oder spitz zulaufend sein. Durch gezielte Kreuzungen sind in den letzten Jahrzehnten immer wieder neue farbenprächtige Variationen dieser Flosse entstanden. Bei der Balz setzen die Männchen dieses Schmuckstück ein, um die Aufmerksamkeit der Erwählten zu gewinnen." Besonders bunt schillernde Männchen sollen sich dann sogar gerne mit langweilig gefärbten Geschlechtsgenossen umgeben, um sich vor der Damenwelt noch überzeugender zu präsentieren. Denn auch wenn die paarungswilligen Männchen den Weibchen ausdauernd nachstellen und sie manchmal regelrecht bedrängen, herrscht bei den Guppys eindeutig Damenwahl. Und die gräulichen Weibchen stehen tatsächlich mehr auf bunt! "Im Aquarium sollte das Verhältnis von Männchen zu Weibchen eins zu drei betragen, da die männlichen Guppys ein großes Interesse an den Weibchen haben und sie fast ununterbrochen verfolgen", so Schmölzing.

Großes Interesse an Weibchen

"Nach der Begattung wird es dann richtig spannend, denn Guppys sind lebendgebärend. Und die Geburt der kleinen Fische gehört zu den faszinierendsten Momenten, die man vor einem Aquarium erleben kann. Sie bringt die Augen eines erfahrenen Züchters gleichermaßen zum Glänzen wie die staunender Kinder." Ein dunkler Fleck im helleren Bauchbereich des Weibchens zeigt das bevorstehende Ereignis an. Wenn es soweit ist, zieht sie sich von der Gruppe zurück und sucht sich einen Platz zwischen schützenden Pflanzen. Dort bewegt sie sich leicht hin und her und plötzlich wird etwas Dunkles, fast Kugeliges aus dem Hinterleib gedrückt und sinkt in Richtung Boden. Sekunden später öffnet sich die kleine Kugel und ein winziger heller Fisch ist zu erkennen. Schnell gleitet er zur Wasseroberfläche und schnappt nach Luft, um seine Schwimmblase zu füllen. Von Anfang an sind die Jungfische auf sich allein gestellt, müssen sich ihre Nahrung selbst suchen und sich zwischen den Pflanzen vor Fressfeinden verstecken. FLH

Die Guppymännchen werden gerade mal 3 Zentimeter groß, sind lebhaft und bunt. Foto: FLH