06.12.2018

Aquaristik

Garnelen: spannende Tiere auch für Nano-Aquarien

Molukken-Fächergarnele: Mit den fächerartigen Fortsätzen am Mund werden Nährstoffe aus dem Wasser gefiltert. Foto: FLH

Ungewöhnlich sehen sie schon aus: Der segmentierte Panzer, die dunklen Stielaugen und eine unüberschaubare Anzahl an Beinen, Antennen und Fühlern. All das machte Garnelen in der Vergangenheit nicht zu den großen Stars in den heimischen Aquarien. Aber Zeiten und Vorlieben ändern sich: "Seit einigen Jahren haben Garnelen sich in den Zoofachgeschäften zu einem echten Renner entwickelt", stellt Roland Zobel von der Fördergemeinschaft Leben mit Heimtieren e.V. (FLH) fest. "Besonders beliebt sind bei den Aquarianern Arten mit leuchtenden Farben und bezeichnenden Namen wie Cherry Red, Yellow Fire oder Blue Pearl. Vor allem für sogenannte Nano-Aquarien sind sie gut geeignet." Nano-Aquarien sind kleine Becken für Unterwasserpflanzen, die 10 bis 60 Liter fassen und in denen nach Art des Aquascapings kunstvolle Landschaften eingerichtet und gepflegt werden können. Die durchsichtige Amanogarnele wurde sogar extra nach dem japanischen Erfinder des Aquascapings Takashi Amano benannt, der diese Art in seinen kunstvollen Unterwasserlandschaften gerne einsetzt; großer Vorteil der Garnelen ist nämlich, dass sie störende Algenbeläge fressen und so das Aquarium "sauber" halten.

Für Aquaristik-Anfänger

Garnelen sind sicherlich nicht die größten Wasserbewohner, aber gerade das bringt den Beobachter dazu, genauer hinzusehen. Die wirbellosen Krebstiere zeigen nämlich durchaus ein charakteristisches Sozialverhalten. So haben sie spezialisierte Formen der Nahrungsaufnahme, und auch ihr Wachstum lässt sich gut beobachten, da sie sich von Zeit zu Zeit häuten, indem sie aus ihrer Außenhülle schlüpfen. Ab einem gewissen Alter kann die Häutung auch ein Zeichen für die Geschlechtsreife sein. Dann versprüht das Weibchen seinen Charme in Form von Pheromonen im Wasser, was wiederum die Männchen aufweckt und sie zum markanten Paarungsschwimmen animiert. Die Geschlechtsteile befinden sich bei Garnelen im Nackenbereich und sind bei manchen Arten durch den Panzer hindurch erkennbar. Wer genau hinschaut, kann bei trächtigen durchsichtigen Weibchen sogar schon die schwarzen Augen der Larven durch die Eierschale hindurch sehen.

"Für Aquaristik-Anfänger, die sich im Aquascaping versuchen möchten, oder die keinen Platz für ein großes 200-Liter-Becken haben, sind Garnelen eine gute Wahl", so Zobel. "Man kann sie in kleinen Gruppen ab sechs Tieren halten, alleine oder zusammen mit Wasserschnecken oder kleinen, nicht räuberischen Fischen wie Guppys oder Neonsalmlern. Auch mit Welsen verstehen sie sich bestens." Wenngleich Garnelen als leicht zu halten gelten, bedeutet das nicht, dass es nichts zu beachten gibt. Wie bei jedem anderen Aquariumsbewohner müssen auch hier Wasserwerte, Temperatur und Sauerstoffzufuhr stimmen, ebenso sollte bei der Einrichtung auf Möglichkeiten zum Klettern und zum Verstecken geachtet werden. Die spezifischen Bedingungen sind von Art zu Art unterschiedlich, deshalb ist es am besten, sich vor Ort in einem Zoofachhandel beraten zu lassen, wo man auch die nötige Ausstattung und das richtige Spezialfutter erhält. FLH

Echte Schmuckstücke: Red Bee und Black Bee Garnelen sind am liebsten in kleinen Gruppen zusammen. Foto: FLH